Schlussfolgerungen der Konferenz des Vereins Biogas Srbija “Nachhaltige Entwicklung des Biogassektors in Serbien ÔÇô von Biogas zu Biomethan”

Schlussfolgerungen der Konferenz des Vereins Biogas Srbija “Nachhaltige Entwicklung des Biogassektors in Serbien ÔÇô von Biogas zu Biomethan”

Im Rahmen der Veranstaltung des Vereins Biogas Srbija und der Deutschen Biogasvereinigung Fachverband Biogas e.V. fand am 19. Oktober 2023 eine Podiumsdiskussion zum Thema “Nachhaltige Entwicklung des Biogassektors in Serbien ÔÇô von Biogas zu Biomethan” statt. Die Konferenz erhielt institutionelle Unterst├╝tzung vom Ministerium f├╝r Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Wasserwirtschaft der Republik Serbien.

Biogas Srbija ist der Dachverband f├╝r Biogas in der Republik Serbien und arbeitet mit der Deutschen Biogasvereinigung Fachverband Biogas e.V. im Rahmen des zweiten gro├čen Partnerprojekts zur St├Ąrkung und Stabilisierung des Biogassektors in Serbien zusammen.

Die Hauptmotivation f├╝r die Organisation dieser Konferenz war die F├Ârderung von Diskussionen und Meinungsaustausch ├╝ber die neue Rolle von Biogas ÔÇô die Einf├╝hrung von Biomethan auf dem serbischen Markt durch die Schaffung einer gesetzlichen Regelung f├╝r Biomethan, die es zuk├╝nftigen Biomethanproduzenten erm├Âglichen w├╝rde, es in das nationale Gasnetz einzuspeisen. Die Konferenz sollte auch den ├Âkologischen Aspekt von Biogas sowie die nachhaltigen Aspekte der Biogasproduktion diskutieren ÔÇô Beitrag zum Umweltschutz, Dekarbonisierung und Kreislaufwirtschaft. Ziel war es, Erfahrungen der wichtigsten Akteure im Sektor auszutauschen und Vorschl├Ąge f├╝r die Verbesserung und nachhaltige Entwicklung des Biogassektors zu erarbeiten.

Die letzten drei Jahre haben bedeutende Ver├Ąnderungen im Sektor gebracht und die Art und Weise, wie Biogasanlagen betrachtet werden, ver├Ąndert. Sie sind nicht mehr nur Stromproduzenten; sie sind jetzt der Eckpfeiler ├Âkologischer Nachhaltigkeit, und die Konferenz hat diese entscheidende ├Âkologische Rolle von Biogas hervorgehoben.

Da die Auktionen, die 2021 im Biogassektor eingef├╝hrt wurden, noch nicht begonnen haben, weil die rechtlichen Bestimmungen noch nicht abgeschlossen sind, ist die Unterst├╝tzung durch die relevanten Institutionen, insbesondere das Ministerium f├╝r Bergbau und Energie, das f├╝r die rechtlichen Bestimmungen im Zusammenhang mit Biogas zust├Ąndig ist, von entscheidender Bedeutung, da nur durch Dialog und Verst├Ąndnis der Weg f├╝r die weitere Entwicklung des Sektors geebnet werden kann.

Der Biogassektor steht heute an einem Wendepunkt. Werden wir den Weg der europ├Ąischen ├Âkologischen Trends verfolgen, wie es Deutschland tut, unter Ber├╝cksichtigung der Schl├╝sselrolle von Biogas beim Umweltschutz, oder werden wir die Gelegenheit f├╝r Wachstum und Fortschritt verpassen? Die Biogastechnologie entwickelt sich schnell weiter, ver├Ąndert sich und verbessert sich, und Biomethan als m├Âgliche n├Ąchste Entwicklungsstufe des Biogassektors wurde auf der Konferenz intensiv diskutiert.

An der Konferenz nahmen Vertreter des Ministeriums f├╝r Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Wasserwirtschaft der Republik Serbien, des Ministeriums f├╝r Umweltschutz der Republik Serbien, Vertreter und Experten von Biogas Srbija, Vertreter und Experten der Deutschen Biogasvereinigung, Biogasexperten und Universit├Ątsprofessoren, Vertreter der UNDP sowie eine Vertreterin der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Serbien teil.

Die Konferenz wurde von Danko Vukovi─ç, dem Pr├Ąsidenten von Biogas Srbija, er├Âffnet, der die Erfahrungen seit der Einf├╝hrung von Auktionen im Biogassektor zusammenfasste und betonte, dass sich die Erz├Ąhlung ├╝ber Biogasanlagen ge├Ąndert hat. Sie sind nicht mehr nur Stromproduzenten, sondern tragen jetzt einen strategisch wichtigen Beitrag zur ├ľkologie und Landwirtschaft Serbiens bei. Danko Vukovi─ç dankte den deutschen Partnern Fachverband Biogas e.V. f├╝r ihre gro├če Unterst├╝tzung und w├╝nschte eine erfolgreiche Fortsetzung der Zusammenarbeit. Herr Vukovi─ç betonte, dass die Konferenz einen wichtigen Schritt nach vorn f├╝r uns alle darstellt. Er betonte, wie dankbar wir den Partnern der Deutschen Biogasvereinigung sind, die uns seit vielen Jahren unterst├╝tzen und ihr unsch├Ątzbares Wissen und ihre Expertise mit uns teilen. Die Erfahrungen aus dem deutschen Biogassektor und den deutschen Biogasanlagen haben unser Wissen als Fachleute und den gesamten Biogassektor in der Republik Serbien tief bereichert und beeinflusst, f├╝gte er hinzu. Er betonte auch, dass Biogas Srbija als Dachverband f├╝r Biogas in RS die Verantwortung tr├Ągt, sektorale Ver├Ąnderungen anzuf├╝hren, die Stimme seiner Mitglieder, Betreiber, Investoren und aller, die am Sektor beteiligt sind, zu sein. Die St├Ąrke des Verbandes liegt gerade im gemeinsamen Entscheidungsfindungsprozess, bei dem jedes Mitglied gleiches Stimmrecht hat. Er hofft, dass das heutige Treffen eine weitere Gelegenheit f├╝r die aktive Teilnahme aller Mitglieder am Dialog sein wird und dass ihre Erfahrungen und ihr Wissen die Schlussfolgerungen dieser Konferenz bereichern werden. Er betonte auch besonders, dass die prim├Ąre Sorge von uns allen der Umweltschutz und das Hinterlassen eines Erbes f├╝r zuk├╝nftige Generationen sein sollte, da wir nur Durchreisende auf diesem Planeten sind und es unsere Verantwortung ist, nicht nur das zu bewahren, was wir vorgefunden haben, sondern auch eine bessere Welt f├╝r zuk├╝nftige Generationen zu hinterlassen.

Nach Herrn Vukovi─ç sprach Bojan Vranjkovi─ç, Staatssekret├Ąr im Ministerium f├╝r Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Wasserwirtschaft.

Herr Vranjkovi─ç betonte, dass das Ministerium f├╝r Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Wasserwirtschaft jederzeit einen zuverl├Ąssigen und engagierten Partner hat. Er betonte insbesondere, dass das Ministerium f├╝r Landwirtschaft durch Anreize f├╝r Investitionen in die Biogasproduktion eine R├╝ckerstattung von 50% des Werts der realisierten anrechenbaren Investitionen erm├Âglicht. Die Unterst├╝tzung erfolgt im Rahmen des IPARD 3-Programms. Herr Vranjkovi─ç betonte auch, dass landwirtschaftliche Betriebe, die sich f├╝r die Biogasproduktion entscheiden, energieunabh├Ąngig werden und ├Âkologischen Abfall auf umweltfreundliche Weise verwalten k├Ânnen, sowie ihren Ertrag stabilisieren k├Ânnen. Er betonte auch, dass die Umsetzung der Gr├╝nen Agenda f├╝r den Westbalkan auch in Zukunft im Fokus stehen wird und dass durch den IPARD 3-Programmzyklus die Unterst├╝tzung von Investitionen in erneuerbare Energien fortgesetzt wird, und zwar durch zus├Ątzliche 10% Anreize f├╝r diese Art von Investitionen, und dass weitere Nutzer von Anreizen erwartet werden, entsprechend einem h├Âheren Niveau von Anreizen.

Die Vertreterin des Ministeriums f├╝r Umweltschutz, Staatssekret├Ąrin Ivana Had┼żi Sto┼íi─ç, betonte die Bedeutung des Baus von Biogasanlagen f├╝r den Schutz nat├╝rlicher Ressourcen und die Umwelt. Sie wies darauf hin, dass die serbische Regierung angesichts begrenzter nat├╝rlicher Ressourcen, Umweltverschmutzung und des Klimawandels bestrebt ist, die Ziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen, des Pariser Klimaabkommens von 2015 und der Gr├╝nen Agenda f├╝r den Westbalkan umzusetzen. Frau Had┼żi Sto┼íi─ç betonte besonders, dass Serbien als Mitglied der Vereinten Nationen, Unterzeichner des Pariser Abkommens und als EU-Beitrittskandidat voll und ganz darauf ausgerichtet ist, die in diesen internationalen Vereinbarungen festgelegten Ziele zu erreichen. Sie schloss mit der Feststellung, dass die weitere Entwicklung und breitere Nutzung erneuerbarer Energien f├╝r die Republik Serbien sehr wichtig sind, sowohl in Bezug auf die Steigerung der Wettbewerbsf├Ąhigkeit der Wirtschaft und die Energiesicherheit als auch in Bezug auf den Umweltschutz mit dem Ziel der Reduzierung von Treibhausgasemissionen, Luftverschmutzung und der Erf├╝llung internationaler Verpflichtungen im Kampf gegen den Klimawandel. Sie betonte auch, dass Serbien ein hohes Potenzial f├╝r die Nutzung erneuerbarer Energien hat und dass dies sicherlich genutzt werden sollte. Sie stellte fest, dass in Biogasanlagen Abfall zu einer Ressource wird, und angesichts aller Vorteile von Biogas f├╝r die Umwelt f├╝gte sie hinzu, dass Biogas eine leistungsstarke und umweltfreundliche Energiequelle ist. Sie betonte auch die Bedeutung der Zusammenarbeit aller relevanten Akteure im Bereich des Umweltschutzes und hob hervor, dass nur durch gemeinsame Diskussion und Zusammenarbeit positive Ver├Ąnderungen erreicht werden k├Ânnen, wobei die Konferenz eine besonders wichtige Rolle spielt, da sie all diese genannten Akteure verbindet.

Im Namen der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Serbien begr├╝├čte Frau Aleksandra Zec die Konferenz und betonte, dass das Thema dieser Konferenz global von Bedeutung ist. Sie unterstrich, dass nur durch den ├ťbergang von fossilen Brennstoffen eine nachhaltige Energieversorgung gew├Ąhrleistet werden kann. Angesichts der Tatsache, dass die Energiefreiheit die wichtigste Freiheit in der heutigen Zeit ist, hat die deutsche Regierung seit dem Jahr 2000 1,5 Milliarden Euro in den Energiesektor Serbiens alloziert.

Der Pr├Ąsident des Vorstands des Verbands Biogas Serbien, Danko Vukovi─ç, stellte im zweiten Teil der Konferenz mit dem Titel “Die neue Rolle von Biogas – Einf├╝hrung von Biomethan auf dem Markt in Serbien” die Ziele des Verbands und die Unterst├╝tzungsm├Âglichkeiten f├╝r die Entwicklung der Biogasbranche vor. Er sprach ├╝ber die Zukunft des Biogassektors in Serbien sowie ├╝ber die positiven Auswirkungen von Biogas auf die Umwelt durch die Behandlung von Bioabf├Ąllen. Herr Vukovi─ç betonte, dass der Verband Biogas Serbien ├Ąu├čerst aktiv ist und sowohl dem gesamten Sektor als auch seinen Mitgliedern umfassende Unterst├╝tzung bietet, derzeit mehr als 60 Mitglieder hat. Er hob die strategische Bedeutung von Biogas f├╝r die Energieversorgung Serbiens hervor und teilte mit, dass bei vollst├Ąndiger Nutzung aller landwirtschaftlichen Abf├Ąlle eine installierte Leistung von 500 MW aus Biogas erreicht werden k├Ânnte. Wenn der gesamte Biogas in Methan umgewandelt w├╝rde, k├Ânnten 50% des Erdgasbedarfs Serbiens gedeckt werden. Herr Vukovi─ç f├╝gte hinzu, dass die rechtlichen Bestimmungen f├╝r Biomethan noch nicht abgeschlossen sind, und dass er dar├╝ber mit den zust├Ąndigen Institutionen, insbesondere dem Ministerium f├╝r Bergbau und Energie, diskutieren m├Âchte, um dies zu ├Ąndern und Biomethan als strategisch wichtige Form von Biogas anerkannt zu sehen. Er schlug eine Regelung f├╝r die Verwendung von Biomethan in unserem Land vor. Herr Vukovi─ç betonte, dass Biogas unter allen Formen erneuerbarer Energien am effizientesten in der Umwandlung von Prim├Ąrenergie in elektrische Energie ist, sechsmal effizienter als Solarenergie und viermal effizienter als Windenergie. Herr Vukovi─ç betonte auch, wie wichtig die intensive Zusammenarbeit mit allen drei Ressortministerien sowie mit internationalen Institutionen ist, um Einblicke in die Erfahrungen aus internationalen Sektoren zu erhalten. Er betonte, dass das Potenzial von Biogas in Serbien absolut ungenutzt ist.

Herr Dirk Bonse, Leiter der Abteilung f├╝r erneuerbare Gase der Deutschen Biogas Association, sprach die Konferenz an und betonte die Bedeutung von Biomethan und die verschiedenen M├Âglichkeiten seiner Nutzung. Er hob hervor, dass die Verwendung von Biomethan vielf├Ąltig ist und dass es neben der Einspeisung in das nationale Gasnetz auch als Kraftstoff verwendet werden kann. Das europ├Ąische Ziel im Rahmen des RePower EU-Programms ist es, bis 2023 35 Billionen Kubikmeter Biomethan zu produzieren. Aus diesem Grund hat die EU die “Biometan Industrial Partnership” gegr├╝ndet, um das vorgegebene Biomethan-Produktionsziel zu erreichen und Hindernisse zu identifizieren sowie bew├Ąhrte Verfahren hervorzuheben, die der Europ├Ąischen Kommission ├╝bermittelt werden sollen. Wenn es um das Potenzial von Biomethan in der EU und dar├╝ber hinaus geht, hat Deutschland das gr├Â├čte Potenzial. Herr Bonse f├╝gte hinzu, dass bei rechtlichen Vorschriften die “Fit for 55”-Richtlinie erw├Ąhnt werden muss, wonach die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 55% gegen├╝ber 1990 reduziert werden m├╝ssen. Europa strebt an, bis 2050 vollst├Ąndig klimaneutral zu sein. Herr Bonse sprach auch ├╝ber die Marktanwendung von Biomethan in Deutschland und teilte mit, dass der Gesamtverkauf im Jahr 2022 erstmals 11 TWh ├╝berschritten hat, wobei eine deutliche Zunahme der Exporte in die Schweiz zu verzeichnen ist. Die Anzahl der Biogasanlagen in Deutschland nimmt ab, da die Anzahl der Biomethananlagen zunimmt, dh ein Teil der Biogasanlagen wird f├╝r die Biomethanproduktion aufger├╝stet. Biomethan wird neben der Verwendung als Ersatz f├╝r Erdgas auch als Kraftstoff verwendet, und zwar als Bio-CNG (komprimiertes Erdgas) f├╝r Personenkraftwagen, Kleintransporter und Busse sowie als Bio-LNG (fl├╝ssiges Erdgas) f├╝r schwere Lastwagen und den Schiffsverkehr.

Herr ┼Żarko Petrovi─ç, Leiter des Bereichs f├╝r nachhaltige Entwicklung beim UNDP, sprach ebenfalls zu den Anwesenden und betonte, dass das UNDP die Verwendung von Biogas in der Republik Serbien als wichtige und sehr bedeutende Energiequelle unterst├╝tzt. Das UNDP hat in den letzten 10 Jahren den Biogassektor und Biogasanlagen gemeinsam mit dem Ministerium f├╝r Bergbau und Energie in mehreren Ministerialperioden unterst├╝tzt und war an der Finanzierung von sechs Biogasanlagen beteiligt. Herr Petrovi─ç betonte als wichtigen Aspekt, dass eine 1 MW Biogasanlage 5-15 Menschen in l├Ąndlichen Gebieten besch├Ąftigt, in denen auch Biogasanlagen gebaut werden, und dass der Bau von Biogasanlagen dazu motiviert, dass Menschen in l├Ąndlichen Gebieten bleiben. Herr Petrovi─ç betonte die soziale Bedeutung dieses Aspekts und stellte die Frage, warum der Fokus auf Biogas in der Republik Serbien nicht gr├Â├čer ist und m├Âglicherweise auch auf Biomethan. Er f├╝gte hinzu, dass der Energiesektor als solcher die Unterst├╝tzung anderer Sektoren ben├Âtigt und betonte, wie wichtig es ist, dass das Ministerium f├╝r Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Wasserwirtschaft sowie das Ministerium f├╝r Umweltschutz die Konferenz unterst├╝tzt haben, da es ohne die multisektorale Beteiligung nicht einfach ist, ein so komplexes Unterfangen wie Biogas zu organisieren. Abschlie├čend betonte er, dass das UNDP Investitionen in Biogas und den Biogassektor unterst├╝tzt und gerne die Unterst├╝tzung fortsetzen w├╝rde, die es bereits seit 10 Jahren vom UNDP gibt, und die nicht nur die Mitfinanzierung von Anlagen, sondern auch eine Reihe anderer Aktivit├Ąten in Zusammenarbeit mit dem Ministerium f├╝r Bergbau und Energie umfasste.

Dann sprach Frau Smiljka ┼Żivanovi─ç von UNDP auf der Konferenz und stellte die Unterst├╝tzung vor, die das UN-Entwicklungsprogramm durch das Projekt mit dem Namen EU f├╝r die gr├╝ne Agenda in Serbien bietet, um konkrete Investitionen zu unterst├╝tzen. Das Projekt wird durch EU-Mittel mit zus├Ątzlicher Finanzierung von der Regierung Schwedens, der Regierung der Schweiz und der Regierung der Republik Serbien finanziert und in Partnerschaft mit dem Ministerium f├╝r Umweltschutz durchgef├╝hrt, in Zusammenarbeit mit der Botschaft von Schweden und der Europ├Ąischen Investitionsbank. Neben rechtlicher und strategischer Unterst├╝tzung bietet dieses Projekt konkrete Unterst├╝tzung f├╝r Investitionen in Gesch├Ąftsmodelle des privaten und ├Âffentlichen Sektors in gleich f├╝nf Bereichen der gr├╝nen Agenda. Frau ┼Żivanovi─ç betonte die Bedeutung der Verkn├╝pfung verschiedener sozialer Kategorien f├╝r die Zusammenarbeit und Umsetzung des Projekts.

Im dritten Teil der Konferenz, einer Podiumsdiskussion mit dem Titel “Nachhaltige Aspekte der Biogasproduktion – Beitrag zum Umweltschutz, Dekarbonisierung und Kreislaufwirtschaft”, moderierte Prof. Dr. ─Éor─Ĺe ─Éatkov, Mitglied des Vorstands des Verbands Biogas Serbien.

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren:

  • Dr. Milo┼í Banjac, ordentlicher Professor, Lehrstuhl f├╝r Thermomechanik, Fakult├Ąt f├╝r Maschinenbau, Universit├Ąt Belgrad
  • Dr. Slobodan Cvetkovi─ç, leitender Wissenschaftler, Leiter des Zentrums f├╝r ├ľkologie und Techno├Âkonomie, Institut f├╝r Chemie, Technologie und Metallurgie
  • Goran Kne┼żevi─ç – Experte f├╝r Biogas, Verband Biogas Serbien
  • Dr. Stefan Rauh, Chief Operating Officer, Deutsche Biogas Association, Fachverband Biogas e.V.

Die konstruktive und dynamische Diskussion auf der Konferenz f├╝hrte zu folgenden Schlussfolgerungen:

Die bisherige Entwicklung des Biogassektors hat zu einer Erh├Âhung des Wissens und der Bedeutung des Begriffs Biogas und Biogasanlagen gef├╝hrt. Bei den Beh├Ârden, die am Genehmigungsprozess beteiligt waren, einschlie├člich der Banken, wurde ein gewisses Wissen und Vertrauen in den Biogassektor aufgebaut, was eine gute Grundlage f├╝r die weitere Entwicklung des Sektors ist. Es mangelt jedoch seit 2021 an politischem Willen und notwendiger Unterst├╝tzung durch Gesetze und Unterlagen, seit das Gesetz ├╝ber erneuerbare Energien mit begleitender Unterlegung definiert und verabschiedet wurde. Der Schlussfolgerung ist, dass der Biogassektor auf unangemessene Weise mit Sektoren zur Erzeugung von Elektrizit├Ąt aus Solarenergie und Windenergie gleichgesetzt wurde, die einen einzigen Zweck haben, n├Ąmlich die Erzeugung von Elektrizit├Ąt. Obwohl f├╝r Biogasanlagen eine h├Âhere spezifische Investition erforderlich ist, k├Ânnen solche Anlagen eine h├Âhere Anzahl von Betriebsstunden (mehr erzeugte Elektrizit├Ąt) pro installierter Einheitskapazit├Ąt erreichen, Abf├Ąlle beseitigen und Umweltverschmutzung verhindern, zum l├Ąndlichen Entwicklungsbeitragen und verglichen mit anderen erneuerbaren Energieformen den besten Effekt zur Reduzierung des Klimawandels erzielen. Daher ist es notwendig, sektor├╝bergreifende Unterst├╝tzung (Landwirtschaft, Energie, Umwelt, Wirtschaft) von den entsprechenden Ministerien sicherzustellen, da der Bau und Betrieb von Biogasanlagen zur Entwicklung all dieser Sektoren beitr├Ągt. Die weitere Entwicklung des Biogassektors umfasst alle Aktivit├Ąten, die zu einer h├Âheren Nutzung von aus Biogas gewonnener Energie, G├Ąrresten (Fermentationsr├╝ckst├Ąnden) und anderen Bilanzen durch innovative Ans├Ątze beitragen w├╝rden. Dies umfasst insbesondere die Produktion von Biomethan, die zus├Ątzliche Nutzung von W├Ąrmeenergie aus dem Koprozess der Kraft-W├Ąrme-Kopplung, die zus├Ątzliche Verarbeitung von G├Ąrresten und die Veredelung. Auch die Behandlung anderer potenzieller Rohstoffe f├╝r die anaerobe Fermentation, die bisher nicht vertreten sind, wie Kl├Ąrschlamm, kommunaler biologisch abbaubarer Abfall, lignozellulose Biomasse (Getreidestroh, Maisspindel), w├╝rde die Potenziale f├╝r Biogas erheblich vergr├Â├čern und damit auch die positiven Effekte, die erzielt werden. Obwohl G├╝lle bisher dominiert verwendet wurde als Rohstoff, ist ihr Potenzial erheblich gr├Â├čer, und es muss ein Modell gefunden werden, um die Besitzer von Biogasanlagen zu motivieren und f├╝r ihre Verwendung zu belohnen, da die positiven Effekte der G├╝llebeseitigung f├╝r den Umweltschutz im Vergleich zu anderen Rohstoffen vielf├Ąltig sind.

Der Biogassektor hat seit 2012 eine zufriedenstellende Entwicklung verzeichnet, als die ersten gesetzlichen und untergesetzlichen Ma├čnahmen eingef├╝hrt wurden, die den Bau und den wirtschaftlichen Betrieb von Biogasanlagen erm├Âglichten. Allerdings haben zu h├Ąufige ├änderungen in der H├Âhe der finanziellen Unterst├╝tzung potenzielle zuk├╝nftige Investoren mehrmals abgeschreckt, die in erster Linie an Investitionen in diesen Sektor interessiert waren. Durch die Einf├╝hrung des Auktionsprinzips gem├Ą├č dem Gesetz ├╝ber erneuerbare Energien von 2021 wurde der Biogassektor praktisch disqualifiziert, wenn er direkt mit der Stromerzeugung aus Solarenergie und Windenergie verglichen wird, wobei alle anderen Beitr├Ąge ignoriert werden, f├╝r die die Biogastechnologie entwickelt wurde und in vielen anderen europ├Ąischen L├Ąndern erfolgreich eingesetzt wurde (Deutschland, Italien, Niederlande). Ab 2024 werden die ersten Biogasanlagen in Serbien ihren Status als privilegierter Erzeuger verlieren, dh der Zeitraum, in dem sie einen subventionierten Preis f├╝r ins Netz eingespeisten Strom erhalten. F├╝r solche Anlagen muss dringend ein Modell gefunden werden, um den erfolgreichen Betrieb fortzusetzen. Der Grund daf├╝r ist die bereits vorhandene, abbezahlte, aber noch funktionsf├Ąhige Infrastruktur, wodurch die Produktionskosten f├╝r Strom niedriger sein k├Ânnen als bei neu errichteten Anlagen, wodurch Biogasanlagen finanziell wettbewerbsf├Ąhiger werden als andere Arten erneuerbarer Energiequellen. Dar├╝ber hinaus wurden diese Anlagen auf bestehenden Bauernh├Âfen errichtet und entsorgen bereits erfolgreich diese Art von landwirtschaftlichem Abfall, es gibt jedoch auch etablierte Abfallentsorgungsstr├Âme aus der Lebensmittelindustrie, die im Laufe mehrerer Jahre aufgebaut wurden. Bis 2030, das als Zeitrahmen f├╝r das Erreichen der Energie- und Klimaziele in Europa betrachtet wird, haben Biogasanlagen, die sich in dieser Position befinden, eine Gesamtkapazit├Ąt von etwa 16 MWe. Biogasanlagen, die Strom erzeugen, haben gegen├╝ber anderen Anlagentypen den Vorteil, dass sie im flexiblen Modus arbeiten k├Ânnen. Das bedeutet, dass sie kontinuierlich Biogas produzieren k├Ânnen, es jedoch in Zeiten verwendet wird, in denen auf dem Markt ein Mangel an Elektrizit├Ąt herrscht. Dies ist besonders wichtig in den Wintermonaten, und es gibt Informationen, dass Serbien zu dieser Zeit Elektrizit├Ąt zu einem Preis importierte, der erheblich h├Âher ist als die f├╝r Biogasanlagen vorgesehenen Einspeisetarife. Dieser Aspekt gewinnt immer mehr an Bedeutung, da die installierte Kapazit├Ąt von Wind- und Solarenergieanlagen zunimmt, die Energie liefern k├Ânnen, die von nat├╝rlichen Bedingungen abh├Ąngt und nicht konstant ist.

Die Zukunft der Technologie der anaeroben Fermentation, dh der Biogasproduktionstechnologie in Serbien, liegt in der Verwendung neuer Arten von Rohstoffen/Substraten, die neben G├╝lle (Stroh) auch andere landwirtschaftliche Substrate, Abf├Ąlle aus der Lebensmittelindustrie (Schlachtabf├Ąlle) und Kl├Ąrschlamm umfassen. Diese erfordern sicherlich die Einf├╝hrung neuer Verfahren zur Verarbeitung und Vorbereitung von Rohstoffen, aber auch innovativer Technologien. Biogas sollte nicht nur ein Energietr├Ąger f├╝r die weitere Umwandlung in Elektrizit├Ąt sein, sondern auch f├╝r alle anderen potenziellen Anwendungen wie Biokraftstoffe f├╝r den Transport (Biomethan), Brennstoff zur Erzeugung von W├Ąrmeenergie und sogar als Rohstoff f├╝r die Herstellung von Chemikalien wie Methanol. Derzeit erm├Âglicht der Markt nicht solche Verwendungen, aber ├änderungen in der Nachfrage werden die Preise in Zukunft definieren. Die Zukunft der Biomasse als Ressource hat sich erheblich ver├Ąndert, indem fossile Ressourcen aus mehreren Sektoren (Transport, Energie, Chemieindustrie) ausgeschlossen wurden. Nach aktuellen Entwicklungen besteht die gr├Â├čte Perspektive f├╝r Biomasse darin, dass sie in Zukunft f├╝r fortschrittliche Biokraftstoffe f├╝r den Transport verwendet wird, die mit hocheffizienten Technologien hergestellt werden und praktisch eine Null- oder sogar negative Bilanz von Treibhausgasemissionen aufweisen, w├Ąhrend sie kosteng├╝nstig sind, da sie Abfallstr├Âme nutzen. In diesem Sinne ist G├╝lle aus der Viehzucht als Rohstoff am interessantesten, da sie den absolut besten Effekt f├╝r die Dekarbonisierung (Reduzierung des Klimawandels) hat. Unter den Innovationen, die f├╝r die Zukunft in Betracht gezogen werden, besteht die Aussicht auch auf Fortschritte in der Biogastechnologie. Dies sind haupts├Ąchlich nachhaltige Konzepte hybrider Technologien, die die Integration von gr├╝nem Wasserstoff erm├Âglichen, der f├╝r die Methanisierung von CO2 aus der Biogasaufbereitung zu Biomethan verwendet wird, die Nutzung von verbleibender Biomasse nach anderen Prozessen der Energieumwandlung (Kaskaden) f├╝r eine effizientere Nutzung von Kohlenstoff in Biomasse als Ressource usw. Dies w├╝rde zu einem geringeren Bedarf an Rohstoffen in Biogasanlagen f├╝hren, was die Betriebskosten erheblich senken w├╝rde und auch die Umweltauswirkungen verringern w├╝rde. Ein besonderer Aspekt ist die Verwendung fortschrittlicher Biokraftstoffe in Brennstoffzellen im Transportsektor, deren absoluter Vorteil gegen├╝ber Verbrennungsmotoren darin besteht, dass keine Abgase mit sch├Ądlichen Substanzen (NOx, SOx, PM, CO) entstehen. M├Âglicherweise kann jedoch CO2 entstehen, das eingefangen und erneut als Rohstoff f├╝r die Biokraftstoffgewinnung verwendet werden kann. Alle diese aktuellen Entwicklungen sind derzeit nat├╝rlich nicht in Serbien anwendbar, wie auch in anderen L├Ąndern, werden jedoch in Zukunft sogar erforderlich sein, da sie umweltneutral sein k├Ânnen und das Potenzial von Rohstoffen maximal nutzen k├Ânnen. Der breitere Blick auf innovative Technologien ist, dass sie in Zukunft konventionelle Technologien ersetzen m├╝ssen, die haupts├Ąchlich Kohle verwenden und haupts├Ąchlich verschmutzende Substanzen in die Luft abgeben. Es ist unbestreitbar, dass dies Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen hat, was einen finanziellen Aufwand und einen Verlust des Potenzials f├╝r jede Gesellschaft darstellt, in diesem Fall Serbien.

Alle Herausforderungen, die in Serbien aktuell sind, galten auch f├╝r Deutschland. Der erste Unterschied zwischen diesen beiden Sektoren besteht darin, dass die Gr├Â├če (Kapazit├Ąt) einer durchschnittlichen Biogasanlage in Deutschland kleiner ist als die in Serbien. Der Grund daf├╝r ist, dass in Deutschland Biogasanlagen auf landwirtschaftlichen Familienbetrieben unterst├╝tzt werden, w├Ąhrend es in Serbien haupts├Ąchlich landwirtschaftliche Unternehmen sind. Der zweite Unterschied besteht darin, dass die Entwicklung des Sektors in Deutschland vor mehr als 20 Jahren begonnen hat. Daher fanden in Serbien, das erheblich kleiner ist, alle Ver├Ąnderungen in einem erheblich k├╝rzeren Zeitraum statt. Die weitere Entwicklung des Biogassektors sollte sich neben den bestehenden Unterst├╝tzungssystemen auch auf den Emissionshandel st├╝tzen, was eine bedeutende Einnahmequelle sein kann. Biogasanlagen in Deutschland, deren Zeitraum f├╝r die Zahlung eines subventionierten Preises f├╝r Strom abgelaufen ist, haben einen besonderen Status erhalten und haben im ├╝bertragenen Sinne eine Verl├Ąngerung dieses Zeitraums erhalten, mit einem korrigierten (gesenkten) subventionierten Preis im Vergleich zu neuen Anlagen.